Montag, 18. August 2014

Rangos Return - Ayran-Walnuss-Brot mit Amaranthpops

Die ungeplant lange Pause hier ist endlich vorbei! Ich habe meine Prüfungen geschafft und endlich wieder mehr Zeit und Muse für mehr als nur "Zweckkochen". 

Heute gibt es direkt eine doppelte Reanimation: Nicht nur der Blog erwacht langsam wieder zum Leben, auch meinen Roggensauerteig Rango habe ich aus der Trockensicherung wieder aufleben lassen. Ganz so lang wie der letzte Brot-Post ist der letzte Backtag zwar nicht her, aber es war wohl im vergangenen Juli als zuletzt der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Wohnung waberte. Anfangs hatte ich es geschafft Rango durch unregelmäßige Fütterungen und Auffrischungen am Leben zu erhalten, die akute Prüfungsphase mit anschließendem Urlaub hat er aber leider nicht verkraftet. Glücklicherweise habe ich vor der langen Durststrecke ein Mal den übrig gebliebenen Sauerteig nicht entsorgt sondern getrocknet und in kleinen Gläschen aufbewahrt. Das bisschen Anfängerwissen das ich mir in der Zwischenzeit aus dem Sauerteigforum und dem zugehörigen Ebook angelesen hatte, war allerdings auch ganz schön eingetrocknet, wurde aber mit Rango gleich mit aufgefrischt.
Ich bin schon wieder komplett infiziert und freue mich riesig darauf jetzt wieder frisch gebackenes Brot frühstücken zu können.

Der Ablauf ist etwas anders und entsprechend auch etwas langwieriger wenn man das erste Mal mit dem vorher getrockneten Sauerteig backen will, denn der muss ja zunächst wieder in ein funktionsfähiges Anstellgut (ASG) verwandelt werden.
Klingt viel aufwändiger als es ist, das bedeutet nämlich nur, dass man zu seinem getrockneten Sauerteig etwa die gleiche Menge lauwarmes Wasser zugibt, rührt und wartet bis sich der größte Teil des Pulvers aufgelöst hat. Dafür gibt man der ganzen Sache laut Pöts "Der Sauerteig, das unbekannte Wesen" am besten vier-fünf Stunden Zeit. Nach diesen vier Stunden hatte sich bei mir noch gar nichts getan. Rango ist nicht aufgegangen und geblubbert hat schon mal gar nichts. Um Rango also noch ein bisschen mehr auf die Sprünge zu helfen habe ich das ASG nach den vier Stunden noch in insgesamt drei Durchgängern nach Marlas Anleitung aus dem Sauerteigforum aufgefrischt. Im Forum las ich nämlich, dass es gar nicht so selten ist, dass getrockneter Sauerteig etwas länger braucht bis er wieder ganz beisammen ist.
Jetzt erst habe ich wie bei Marla beschrieben die eigentliche 1-stufige Führung des Sauerteigs zum Backen begonnen.
Ich finde es, gerade jetzt beim Wiedereinstieg und bei aufwändigeren Broten mit Quellstück o.ä., hilfreich mir für's Brotbacken einen groben Zeitplan zu schreiben. So kann ich sicher stellen dass mir zumindest kein geplanter Termin in die Quere kommt und dass ich für die nächsten Schritte auch zu Hause bin. Wie ihr an dem Rezept seht, ist dieses Brot aus wiederbelebtem Sauerteig eine Aufgabe für's Wochenende oder den Urlaub, da man fast drei aufeinanderfolgenden Tagen ganz gut beschäftigt ist. Wobei sich natürlich das reaktivieren des getrockneten Teiges auch um ein paar Tage vom eigentlichen Backen trennen lässt, so dass kurz vor dem Backtag nur noch ein Mal aktiviert werden muss.

Ich habe mich für meinen Wiedereinstieg von Sandras Kefir-Walnuss-Brot inspirieren lassen, habe aber Ayran genommen weil wir den eigentlich immer im Haus haben. Leider war unser Hunger schneller als mein Wiedereinstieg ins Fotografieren, deshalb gibt es von meinem ersten Brot nur ein schnelles Handyfoto. Aber es war so lecker, dass schon direkt das nächste Brot in Mache ist :-)




Hier habe ich euch meinen Zeitplan für das Ayran-Walnuss-Brot aus getrocknetem Sauerteig aufgeschrieben:

 
Sauerteig:

 50 g Weizenmehl Type 550
 60 g Weizenvollkornmehl
130 g Ayran
 10 g Anstellgut 

Alles miteinander vermengen und den Sauerteig bei Zimmertemperatur abgedeckt für 12-18 Stunden stehen lassen (H: 15 Std.).


Brühstück:

 40 g Emmervollkornmehl
105 g kochendes Wasser

Das Mehl mit dem Wasser übergießen und vermengen, für mindestens zwei Stunden quellen lassen (H: 3 Std).


Hauptteig:

Sauerteig
Brühstück
150 g Ayran
150 g Weizenvollkornmehl
150 g Weizenmehl Type 1050
 50 g Emmervollkornmehl

100 g grob gehackte Walnüsse
1 EL Walnussöl
10 g Salz
45 g Amaranthpops

Mehle mit Sauerteig, Brühstück und Ayran vermengen und für ca. 30 Minuten abgedeckt quellen lassen.
Nun Öl, Salz und die Amaranthpops dazugeben und den Teig für etwa 10 Minuten kneten. Ganz am Schluss auch die Walnüsse mit in die Schüssel geben. Der Teig bleibt nun für weitere zwei Stunden zur Gare in der Schüssel und sollte in dieser Zeit zwei Mal gefaltet werden.

Nach den zwei Stunden den Teig mit dem Schluss nach unten in ein gut bemehltes Gärkörbchen geben und für weitere eineinhalb Stunden gehen lassen. Das Teigvolumen sollte sich in dieser Zeit fast verdoppeln.

Während der Brotteig geht daran denken den Backofen rechtzeitig auf 240° Ober-/Unterhitze vorzuheizen, vor allem wenn ihr einen Backstein verwendet - dieser braucht nämlich eine ganze Weile bis er richtig heiß ist! Kurz bevor das Brot in den Ofen wandert könnt ihr auch schon eine Aufflaufform mit Wasser auf den Ofenboden stellen.
Jetzt wird das Brot auf den Stein oder das Blech gestürzt und bei 240° für ca. 15 Minuten gebacken. Danach die Temperatur für weitere 35-40 Minuten auf 210° senken. Sandra gibt noch den Tipp, das Brot für eine besonders knusprige Kruste nach dem Backen noch für 5-10 Minuten im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Türe zu lassen. Ansonsten direkt aus dem Ofen holen und auf einem Gitter auskühlen lassen.


Bei uns gab es dann dick gesalzene Butter auf's frisch gebackene Brot und damit saßen wir beide strahlend am Küchentisch (und ich hab vergessen vernünftige Fotos zu machen...).

Guten Appetit!

Freitag, 6. Dezember 2013

Kürbis mal süß: Pumpkin-Cinnamon-Rolls oder Zimtschnecken mit Kürbis




Pumpkin Cinnamon Rolls


Endlich habe ich es geschafft etwas Süßes mit Kürbis zu machen. Was für Merkel das Internet, sind für mich süße Kürbisrezepte: Neuland. 
Ich habe schon Viele gelesen, aber noch nie eines davon zubereitet und auch noch nie einen Pumpkin Pie oder den legendären Pumpkin Spiced Latte probiert. 
Inzwischen war ich aber richtig neugierig, und als ich das Rezept für diese Zimtschnecken mit Kürbis auf dem Blog von Pioneer Woman Ree Drummond gefunden habe, war die Sache geritzt. Mein letztes Kürbispüree habe ich extra komplett neutral eingekocht, so war ich direkt gewappnet und hatte sogar alle Zutaten im Haus. Überraschenderweise sogar genug Butter. Ich weiß nicht ob der extreme Butterkonsum nur ein Spleen von Ree Drummond ist, oder generell in amerikanischen Backrezepten mehr Butter verwendet wird. Sicher ist, dass die kleinen Rolls nichts für die schlanke Linie sind. Aus kalorientechnischen Gründen (okay, und aus Zeitmangel) habe ich kein Frosting oder Glaze auf die Cinnamon-Rolls gegeben. Am Backtag hat das nichts ausgemacht, ich vermute aber dass sie mit einem von beiden länger saftig geblieben wären.
Leider ist bei meinem Erstversuch der Hefeteig nicht ganz so schön aufgegangen, aber sie haben trotzdem fantastisch geschmeckt.

Zutaten:

Teig:
1 Cup Kürbispüree
1-1 1/2 Cups Milch
1/2 Cup neutrales Öl
1/2 Cup weißer Zucker
1 Päckchen Trockenhefe (entspr. 2 1/4 TL)
4 Cups Mehl
1/2 TL Zimt
1/2 TL Muskat
1/2 TL gemahlener Ingwer
1/2 Cup Mehl zum später einarbeiten
1/2 TL Baking Soda/ Natron
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz (ups, mir fällt gerade auf dass ich den vergessen habe…)

Füllung:
1 Stick and 1/2 Cup Butter - ich habe ungefähr 150-175g Butter genommen, aber das war wirklich ganz schön viel
1/2 Cup Zucker
1/2 Cup brauner Zucker
1/4 TL Zimt
1/4 TL Muskat
1/4 TL gemahlener Ingwer
1 Cup gehackte Pekannüsse

Glaze oder Frosting:
Z.B. ein Zuckerguss aus Milch und Puderzucker
oder ein Frosting aus Frischkäse, Milch, Butter und Puderzucker


Eine große Hilfe zum Backen von amerikanischen Rezepten ist u.a. diese Tabelle von Gabi von USA kulinarisch.


Zubereitung:

Teig zubereiten
In einem ausreichend großen Topf Milch, Öl und Zucker vermischen und erhitzen, jedoch nicht zum kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen und soweit abkühlen lassen, dass die Mischung zwar noch warm aber nicht mehr allzu heiß ist. 
Und jetzt kommt der Punkt, der vielleicht der Grund sein könnte weshalb der Teig nicht vernünftig aufging. Ich habe mich an's Rezept gehalten und die Hefe in die warme Flüssigkeit gegeben und kurz gewartet. Auf der Packung der Trockenhefe stand allerdings dass man die Hefe einfach mit dem Mehl vermischen soll. Naja, ich werd's beim nächsten Mal andersrum ausprobieren.
Auf jeden Fall kommt jetzt das Kürbispüree mit in die warme Milch und wird verrührt bis alles eine homogene Mischung ist.






Jetzt kommt der zweite Punkt der vielleicht schuld war (oder es war einfach Hefeteig-Pech, gibt's ja auch). Das Rezept sieht nämlich vor, das mit Zimt, Ingwer und Muskat vermischte Mehl nach und nach zu den flüssigen Zutaten zu geben und zu einem Teig verrühren. Ich habe es andersrum gemacht. Finde ich nämlich praktischer, so kann ich den Teig mit der Küchenmaschine mixen.




Egal in welcher Reihenfolge ihr den Teig nun zubereitet habt, jetzt geht es weiter wie bei jedem Hefeteig: Er kommt für eine Stunde an einen warmen, zugfreien Ort um zu aufzugehen.
Nach der Stunde kommt die letzte 1/2 Cup Mehl zusammen mit Backpulver, Natron und Salz zum Teig.

Füllung
Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und währenddessen die Gewürze und den Zucker vermischen und die Pekannüsse hacken.

Zimtschnecken fertig machen
Ofen auf 190° vorheizen.
Den Teig auf einer gut bemehlte Oberfläche zu einem großen ca. 20 cm breiten "Rechteck" ausrollen, mit der flüssigen Butter großzügig einstreichen so dass alles bedeckt ist. Nun mit der Zuckermischung und den Nüssen bestreuen und vorsichtig mit beiden Händen aufrollen - hierfür ist die bemehlte Oberfläche besonders wichtig, sonst bleibt der Teig kleben und es werden Löcher hineingerissen. 




Wenn die lange Rolle fertig ist, mit einem scharfen Messer in ca. 2-3 cm dicke Scheiben schneiden und die Schnecken entweder mit etwas Abstand in eine gut gefettete Springform oder Auflaufform geben, oder auf ein Blech mit Papiermuffinförmchen geben. Ich habe mich hauptsächlich für letzteres entschieden, so sind die Teilchen gleich einzeln portioniert.



Pumpkin Cinnamon Rolls in muffinpapers



Wenn ihr die Rolls glasieren oder mir Frosting überziehen wollt, gebt den Zuckerguss direkt auf die warmen Zimtschnecken so dass er in alle Rillen und Lücken laufen kann bzw. streicht das Frosting darauf. 
Und als letztes versteckt ihr eure Waage und genießt die Pumpkin-Cinnamon-Rolls einfach! 





Guten Appetit und einen schönen Nikolaustag!



Dienstag, 26. November 2013

Markklößchen, ein entstaubter Klassiker

Meine wirklich allerliebste Suppeneinlage sind Markklößchen. 
Schon seit frühester Kindheit liebe ich die Markklößchensuppe von meiner Oma. Immer Samstags um Punkt Zwölf gab es bei meinen Großeltern "Samstagssuppe" mit Brötchen. Und auch wenn meine Oma jedes Mal fast entschuldigend sagte "Bei uns gibt's awwer heut nur Supp!", für mich war und ist die Samstagssuppe immer ein Highlight. 
Achtung, jetzt wird es für viele etwas gruselig, aber zu einer richtigen Samstagssuppe gehört ein Wasserweck mit grober Leberwurst der dann in die Suppe getunkt wird. Bei meinem Opa auch noch ordentlich Maggi, aber da so was nicht über unsere Küchenschwelle kommt gibt es die Samstagssuppe jetzt ohne Maggi. Das esse ich heute noch so und dafür würde ich (fast) alles Andere ohne weiteres stehen lassen. So, jetzt isses raus - mein guilty pleasure-Essen. Einzige würdige Alternative: Markklößchen und Weckbröckelscher (=Croutons) oder (eigentlich und/oder) Suppennudeln. 
Da ich jetzt aber in Mainz wohne und Oma und ihre Markklößchensuppe mehr als nur ein paar Treppenstufen entfernt sind, muss da eine andere Lösung her. Anfangs habe ich regelmäßig Markklößchen-Carepakete mitbekommen, die ich dann einfach auftauen konnte. Inzwischen habe ich Omas Rezept für Markklößchen mitgeschrieben und nach und nach schmecken sie immer mehr wie daheim. 

Gerade jetzt wo es langsam richtig Winter wird und die Tage immer kürzer und kälter, finde ich es toll auch ein paar Markklößchen im Gefrierfach zu haben um mir ganz schnelle eine leckere wärmende Suppe machen zu können.


Markklößchensuppe


Ich friere die Klößchen gerne so ein, dass ich sie später einzeln aus dem Beutel entnehmen kann. Unser Gefrierfach ist sehr klein, deshalb habe ich meist nur für eine kleine zusätzliche Dose mit Deckel Platz, in der ich die Markklößchen nach und nach anfriere bevor ich sie in den Beutel gebe. So kleben sie nicht zusammen. Meine Markklößchensuppe möchte ich gerne bei Julias Event "Entstaubte Klassiker" einreihen, auch wenn ich am Rezept nicht wirklich etwas verändert habe. Denn ich habe noch nirgends so leckere Markklößchen wie bei meiner Oma gegessen und die gehören meiner Meinung nach ordentlich entstaubt und viel öfter aufgetischt!
Außerdem, welches Event würde sich besser eignen um auch hier im Blog mal wieder ordentlich durchzupusten und frisch entstaubt loszulegen?!


Zutaten:

Markknochen vom Rind bzw. nur das Knochenmark wenn ihr es beim Metzger so bekommt
Brötchen vom Vortag (etwa ein halbes Brötchen pro 30g Mark)
Evtl. etwas Milch zum Einweichen
1 Eigelb, evtl. ein Wenig vom Eiweiß
Etwas Weckmehl/Semmelbrösel
Petersilie, fein gehackt
Muskat, Salz



Zubereitung:

Das Brötchen in etwas Milch oder Wasser einweichen und beiseite stellen.
Nun das aus den Knochen gedrückte Mark in einer Pfanne zerlassen. Wenn das nicht klappt, entweder mit einem kleinen Löffel nachhelfen oder den ganzen Knochen bei niedriger Hitze mit in die Pfanne geben und das erwärmte Mark dann mit einem Löffel herauskratzen. 

Ist alles Mark zerlassen, durch ein Sieb mit Passiertuch oder Küchnkrepp geben um eventuelle Knochensplitterchen herauszufiltern. 


Wenn ich viele Knochen habe, lasse ich oft einen ganzen Schwung Mark auf einmal aus und verteile es in kleine Gefäße, so hält es sich im Kühlschrank eine ganze Weile, lässt sich aber auch gut einfrieren. Auch bereits durchgesiebtes Mark sollte noch einmal erwärmt werden, ist es noch kalt verändert ihr die Konsistenz der Klößchen so dass sie in der heißen Suppe einfach zerfallen (been there, done that…).



Die eingeweichten Brötchen gut ausdrücken und zusammen mit dem Eigelb, der gehackten Petersilie und Muskat sowie Salz zum Knochenmark geben. Mit der Menge auf den Fotos habe ich eine ganze Großproduktion gestartet! Ein Eigelb und eventuell etwas Eiweiß reichen für ein halbes Brötchen und ca. 30g Mark - das entspricht ungefähr der Menge aus zwei Markknochen wie sie in Rinderbeinscheiben sind. Bei Markklößchen wie bei anderen Klößen ist es immer auch ein bisschen Gefühlssache die richtige Konsistenz zu finden.

Achtung, bevor ihr mit dem verkneten loslegt, stellt euch schon mal die Dose mit dem Weckmehl und einem Löffel drin bereit. Die Finger werden vom verkneten ordentlich fettig und klebrig! Jetzt geht's los, alles ordentlich durchkneten und miteinander vermengen und nach und nach so viel Weckmehl dazu geben, dass sich aus der Masse gerade Klößchen formen lassen. Sollte sie zu trocken sein, noch etwas Eiweiß dazu geben.


Suppeneinlage


Ich kühle die Markklößchen danach erst gut im Kühlschrank (oder bei dem Wetter auf der Fensterbank) durch und friere sie dann in einem Beutel ein.
Und wenn ich dann besonders durchgefroren bin, nehme ich sie aus dem Gefrierfach, lasse sie in der simmernden Brühe durchziehen und fühle mich wieder wie in Omas Esszimmer :-)





Danke Julia, dass du mich mit dem Event endlich motiviert hast mal wieder Markklößchen zu machen und einigen alten Rezepten noch mal auf den Zahn zu fühlen. Eine tolle Idee von einer ganz tollen Bloggerin! Ich bin sehr froh dass du deine Blog-Unlust verworfen hast und weiter machst!
Und Danke Oma, für das Rezept und 26 Jahre Samstagssuppe :)








Dienstag, 30. Juli 2013

Abwesenheitsnotiz...

... oder auch Lebenszeichen.

Ich weiß dass es hier in der letzten Zeit sehr ruhig geworden ist, aber der Unistress hat mich voll in seinen Fängen.

In drei bis vier Wochen lichtet sich hier Alles und dann wird auch wieder mehr gekocht und gebloggt. Ich freu mich schon riesig und habe jede Menge Ideen ;o)

Bis dahin schaut doch mal bei Facebook oder Instagram vorbei, hier gibt es ab und zu trotzdem ein paar Kleinigkeiten und Bilder aus der lumi kuke.

Liebe Grüße!

Montag, 1. Juli 2013

Holler die Waldfee, die 2. - Holunderblütengelee

Und noch schnell hinterher gibt es das unglaublich leckere Holunderblütengelee.
Wie Juliane von Schöner Tag noch, habe ich dieses Gelee auch in der aktuellen "So is(s)t Italien entdeckt" und bin unheimlich froh es ausprobiert zu haben! Ich habe ein paar Dolden mehr genommen als im Heft standen und das Gelee ist wirklich köstlich geworden! Ein kleiner Rest hat nicht mehr in die Gläser gepasst und ich hab ihn direkt aus dem Topf gelöffelt, so lecker war es. Frisch, süß, säuerlich und ein ganz tolles Holunderblütenaroma. Ich hatte erst ein wenig Bedenken dass der Apfel- und Orangensaft die Holunderblüten übertönen könnten, aber das ist gar nicht der Fall. Das Gelee ist ganz wunderbar ausgewogen, es schmeckt toll nach Holunderblüten ohne aufdringlich zu sein. 
Also auf, auf, die letzten Holunderblüten sammeln!


Elderflower Jelly


Zutaten

15 Holunderblütendolden
1 Bio Orange
1 Bio Zitrone
250ml Apfelsaft
500ml Wasser
500g Gelierzucker 2:1

Zubehör
Schüssel mit Deckel, Topf


Zubereitung

Wie schon beim Holunderblütensirup beschrieben, die Blüten ausschütteln,  kleine Tierchen entfernen und in eine Schüssel geben.
Orange und Zitrone gründlich waschen und trocken reiben, danach die Schale von beiden abreiben und zu den Holunderblüten geben. Jetzt werden beide Früchte ausgepresst und der Saft zusammen mit 250ml Apfelsaft und 500ml Wasser über die Holunderblüten gegossen. Eventuell solltet ihr nun die Blüten noch mal mit einem Kochlöffel unter die Flüssigkeit drücken. 
Dieser Ansatz bleibt nun über Nacht stehen.

Am nächsten Tag den Ansatz durch ein mit einem Passiertuch ausgelegtes Sieb geben und die Blüten wirklich ordentlich ausdrücken, da kommt noch ganz viel aromatischer Saft raus!
Den Saft mit dem Gelierzucker verrühren und nach Packungsanleitung für ca. 4-5 Minuten aufkochen, und nach der Gelierprobe in sterilisierte Gläser füllen.  


Elderflower Jelly


Guten Appetit!

Mittwoch, 26. Juni 2013

Holler die Waldfee, die 1. - Holunderblütensirup

Mensch, jetzt wird es aber auch Zeit! Bei saisonalen Rezepten muss ich mich doch noch etwas mehr ranhalten. Aber beim Spazieren gehen habe ich gestern noch ein paar Holunderblüten gesehen, ihr könntet also noch ganz fix loslegen ;-)


elderflower sirup
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Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt Holunder- (oder Holler-)blüten gesammelt! Ich bin da tatsächlich ein bisschen stolz auf mich :-D 
Denn fest geplant war der Sirup ja im Küchenkalender, allerdings brachten sowohl meine botanische Unkenntnis (Wie sieht ein Holunder eigentlich aus??) sowie meine nicht vorhandene Ahnung wo ich ihn denn finden könnte, wenn ich ihn erkennen würde, die Sache noch mal ins schwanken. Der Zufall wollte es, dass der atF beim gemeinsamen Radfahren auf einmal meinte: "Schau mal hier, alles voller Holunderblüten! Du wolltest doch Sirup machen, oder?" Wenigstens einer von uns kann also zuverlässig Laub- von Nadelbaum unterscheiden. Hochmotiviert hab ich mich am nächsten Tag mit Schere und großer Tüte bepackt wieder auf's Rad geschwungen und eine ganze Ladung Holunderblüten gesammelt :)
Also, zieht los und sammelt auch noch welche, denn dieser Sirup ist richtig lecker und in den nächsten Tagen gibt es auch noch das Rezept für ein Holunderblütengelee!



Holunderblütensirup mit Zitrone - selbst gemacht


Zutaten für etwa 3l Sirup:

3l Wasser
2kg Zucker
40-50 Holunderblütendolden (ich hatte 43)
2 Bio Zitronen
50g Zitronensäure


Zubehör:

Ein Topf für den Zuckersirup
Eine große Schüssel oder einen großen Topf mit Deckel um den Sirup ziehen zu lassen
Sterilisierte Flaschen (10 Min bei 100° in den Backofen, Deckel entsprechend in kochendes Wasser geben)


Zubereitung

Als erstes den Zuckersirup aufsetzen, damit er Zeit zum abkühlen hat. Wasser und Zucker in einen Topf geben, aufkochen und für 10 Minuten köcheln lassen. Danach abkühlen lassen.

Die Zwischenzeit kann man gut nutzen um dafür zu sorgen dass der Sirup wirklich vegetarisch wird: Die Blütendolden ausschütteln und gründlich von allem Getier befreien.

In der aktuellen "So is(s)t Italien" heißt es in der Anleitung man solle die Blüten waschen und vorsichtig trockentupfen, auf sämtlich Blogs liest man ausschütteln, sonst geht mit dem Blütenstaub so viel Aroma verloren... Ich habe mich an die Blogger gehalten, da die meisten ja regelmäßig Hollersirup herstellen und ich einfach mal glaube dass irgendwer mal einen Vergleichstest gemacht hat, der diese Behauptung unterstützt. Meine Sammelstelle war aber auch wirklich günstig gelegen, fernab von größeren Straßen, so dass ich auch kein schlechtes Gefühl dabei hatte die Dolden nicht zu waschen.
Nun die Zitronen heiß abwaschen, trocken reiben und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit der Zitronensäure zu den Holunderblüten geben und mit dem abgekühlten Zuckersirup übergießen. 



Nun den Ansatz abgedeckt 3 Tage stehen lassen. Hier habe ich ebenfalls die verschiedensten Angaben gefunden - von 5 Tagen in der Sonne bis zu 2 Tagen im Kühlschrank - und habe mich für einen Mittelweg entschieden: Mein Sirup stand 3 Tage abgedeckt in der Küche und es hat alles gut geklappt.

Ich hab übrigens nach Tag 1 schon mal ein Löffelchen probiert und BOAH, es war echt schwer den Ansatz dann noch zwei weitere Tage stehen zu lassen ;-)
Nach drei Tagen wird der Sirup durch ein Tuch gegeben um alle Blütenteile rauszufiltern und noch mal für ca. 10 Minuten sprudelnd aufgekocht.
Danach noch heiß in ebenfalls heiße, sterilisierte Flaschen füllen - fertig!
Jetzt kann es losgehen mit Holunderwasser, Hugo oder -  und den werde ich die Tage noch ansetzen! - mit Julianes Holunderblütensenf.



Der erste Hugo mit eigenem Sirup war schon mal oberlecker!

lumi kuke
Hugo: Sekt, Mineralwasser, Holunderblütensirup, Eis und etwas Minze


Den neuen Punkt "Zubehör" habe ich mit übrigens bei Julia von German Abendbrot abgeguckt. Mir geht's nämlich oft so, dass ich ein Rezept nur ganz kurz überfliege und nachher feststelle dass mir ein entscheidendes Gerät fehlt oder dass ich alles noch mal irgendwie umfüllen muss...


Lasst es euch schmecken!



Donnerstag, 13. Juni 2013

Apfel-Einkorn-Muffins

Gestern war ein guter Tag für Silikonbackformen und mich. Nachdem morgens die Muffinförmchen aus Silikon, die ich bei Ela gewonnen habe, ankamen, wollte ich die hübschen Teilchen natürlich auch direkt ausprobieren. Wie macht ihr das mit Silikonmuffinförmchen, stellt ihr sie trotzdem in ein Muffinblech oder kommen die dann bei euch direkt auf ein Backblech?
Ich habe sie heute noch wie immer ins Muffinblech gestellt, aber ich habe das Gefühl dass diese etwas formstabiler sind als die anderen die ich habe. Nächstes Mal werden die neuen Lurchis direkt auf's Blech gestellt.

Und das nächste Mal kommt sicher bald, denn ich war vom Ergebnis meines Spontanbackens schwer begeistert. Nicht nur sind meine Freestyle Apfelmuffins superlecker geworden, sie sind auch aus den Förmchen geflutscht wie noch nie. Obwohl ich die neuen Förmchen nur ausgespült habe und sie weder gefettet noch bemehlt waren. Am Ende werde ich doch noch ein Silikonformenfan. Auch meine Minigugl-Form verhielt sich heute absolut vorbildlich: Auf die schnelle bemehlt, als ich feststellte dass Teig übrig bleiben würde, gab es auch hier keine Verluste und alle Minigugl kamen heil aus Form :o)
Die Muffins selbst gehen ganz fix, ich habe sie ganz klassisch hergestellt: Trockene und feuchte Zutaten zuerst getrennt vermischt und danach zügig zu einem Teig verrührt. So dauert es nur knapp 10 Minuten bis die Muffins im Ofen sind.





Zutaten
2 mittelgroße Äpfel (ca. 250g ohne Kerngehäuse)
60g Einkornflocken
200g Mehl (ich habe 100g Typ 550 und 100g Vollkornmehl genommen)
110g Rohrohrzucker
40g selbstgemachter Vanillezucker
Zitronenpulver oder Zitronenöl
1,5 TL Backpulver
0,5 TL Natron
1 großes Ei
50g Buttermilch
150g Naturjoghurt 3,5% Fett
50g saure Sahne
50g Frischkäse
50g Pflanzenöl
Wer mag: Gehackte Mandeln zum Bestreuen


Zubereitung:

Eigentlich ist mit dem kurzen Satz oben schon alles gesagt ;-)
Backofen auf 180° vorheizen und Förmchen vorbereiten.
In einer Schüssel (sie sollte groß genug für den kompletten Teig sein) werden alle trockenen Zutaten vermengt, in einer anderen alle feuchten Zutaten gut verrührt. Die Einkornflocken könnt ihr auch gegen andere Flocken austauschen. Wer keinen selbstgemachten Vanillezucker hat, nimmt 150g normalen Zucker plus 1 Päckchen Vanillezucker und, falls vorhanden, 1 TL Vanilleextrakt.
Falls ihr euch über die bunte Mischung an Milchprodukten wundert: Ich habe erst mal Reste aufgebraucht. Das Ergebnis war aber richtig lecker, vielleicht mische ich in Zukunft öfter so wild. Wenn ihr nicht mixen wollt geht das sicher auch, achtet nur darauf dass der Fettgehalt grob gleich bleibt.
Die geraspelten Äpfel auf die trockenen Zutaten geben, die feuchten Zutaten dazu geben und alles zügig mit einem Löffel zu einem Teig verrühren. Direkt in die Förmchen geben, wenn ihr mögt mit gehackten Mandeln bestreuen und bei 180° für 30-35 Minuten (Stäbchenprobe) backen. Die Minigugl brauchen nur etwa 20 Minuten bei 180°.



Minigugl


Guten Appetit!